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Rechtspflegerdienst

Bild: Rechtspflegerin bei ihrer Tätigkeit
Bildrechte beim Thüringer Oberlandesgericht


Laufbahn des gehobenen Justizdienstes

Rechtspfleger*in
 

Ein praxisnahes Studium bereitet Sie auf die anspruchsvolle Tätigkeit als selbständiges Organ der Rechtspflege vor.

Rechtspfleger*innen sind als Beamte im gehobenen Justizdienst und selbstständiges Organ der Rechtspflege neben Richter*innen und Staatsanwält*innen bei Gerichten und Staatsanwaltschaften tätig.

Im Laufe der Zeit sind viele bedeutende Bereiche der vormals richterlichen Tätigkeit auf die Bediensteten im Rechtspflegerdienst übertragen worden. Der Schwerpunkt der Aufgaben liegt auf dem Gebiet der freiwilligen Gerichtsbarkeit, die zum sachlichen Zuständigkeitsbereich der Amtsgerichte gehören. Zu den Bereichen zählen das Grundbuch-, Register-, Nachlass-, Familien- und Betreuungsrecht. Aber auch auf dem Gebiet der streitigen Gerichtsbarkeit wie zum Beispiel Insolvenz-, Zwangsversteigerungs-, Zwangsverwaltungs- und Zwangsvollstreckungsrecht oder bei der Vollstreckung von Strafen im Strafverfahren sind Entscheidungen durch die Bediensteten zutreffen. Die Entscheidungen haben weitreichende Auswirkungen und betreffen oftmals sensible Bereiche der Bürgerschaft, weshalb neben einem fundierten Fachwissen und Verantwortungsbewusstsein auch ein hohes Maß an sozialem Verständnis unabdingbar ist.

Im Rahmen der gesetzlich vorgegebenen Aufgabengebiete arbeiteten die Bediensteten selbstständig und unabhängig von Weisungen. Sie sind insoweit nur an Recht und Gesetz gebunden.

  • Die nachfolgende Aufzählung umfasst keineswegs alle Tätigkeitsfelder und soll lediglich die vielseitigen Einsatzmöglichkeiten verdeutlichen.

    Folgende Aufgaben obliegen dem Rechtspflegerdienst:

    • Grundbuchsachen
      z.B. Entscheidung über Anträge auf Eintragung beim Erwerb von Grundstückseigentum oder auf Eintragung von Belastungen des Grundstücks (Grundschulden, Hypotheken, usw.)
    • Registersachen
      Führung des Handelsregisters, Genossenschaftsregisters sowie des Partnerschafts-, Vereins- und Güterrechtsregisters z. B. Entscheidung über Anträge auf Eintragung einer GmbH, eines Geschäftsführers bzw. Prokuristen oder der Auflösung einer Gesellschaft, Entscheidung über Anträge auf Ersteintragung eines Vereines, Änderungen des Vorstands, Satzungsänderungen, Auflösung des Vereins
    • Nachlasssachen
      z.B. Testamente eröffnen, Erbscheine erteilen, Erbausschlagungserklärungen zu Protokoll nehmen, Nachlasspflegschaften anordnen und überwachen
    • Familiensachen
      z.B. Anhörungen, Ermittlungen und eigenständige Entscheidungen bei Anträgen im Rahmen einer Vormundschaft, Festsetzung von Kindesunterhalt im vereinfachten Verfahren
    • Betreuungssachen
      z.B. Unterstützung und Überprüfung der für volljährige hilfsbedürftige Menschen bestellten Betreuungspersonen
    • Zwangsversteigerungssachen
      z.B. Festlegung und Leitung der Gerichtstermine, Berechnung des geringsten Gebotes, Verteilung des Erlöses
    • Insolvenzsachen
      z.B. Festlegung und Leitung der Termine, Überwachung des Insolvenzverwalters
    • Zwangsvollstreckungssachen
      z.B. Erlass von Beschlüssen auf Pfändung von Geldforderungen (z.B. Lohnpfändung), Entscheidung über Anträge auf Vollstreckungsschutz
    • Straf- und Bußgeldsachen
      Vollstreckung von Freiheitsstrafen (Ladung zum Strafantritt, Erlass von Haftbefehlen), Überwachung der Einziehung und Rückgabe des Führerscheines bei verhängtem Fahrverbot, Vollstreckung von Maßregeln der Besserung und Sicherung, Vollstreckung von Sanktionen gegen Jugendliche
    • Kostensachen
      z.B. Festsetzung der zu erstattenden Kosten der Verfahrensbeteiligten untereinander, Festsetzung und Auszahlung der Kosten aus der Staatskasse, Überwachung der bewilligten Verfahrenskostenhilfe
    • Justizverwaltung
      z.B. Einsatz als Geschäftsleitung bei einer Justizbehörde, Sachbearbeiter*in für Haushalts- und Personalangelegenheiten
  • Studiendauer: 3 Jahre
    Beschäftigungsverhältnis: Beamtenverhältnis auf Widerruf

    Das Studium gliedert sich in folgende Abschnitte: 

    • das Fachstudium I mit einem einwöchigen Einführungspraktikum bei einem Amtsgericht,
      Dauer: 11,5 Monate (Studienabschnitt I)
    • das Berufspraktikum I,
      Dauer: 4,5 Monate (Studienabschnitt II)
    • das Fachstudium II,
      Dauer: 9,5 Monate (Studienabschnitt III)
    • das Berufspraktikum II,
      Dauer: 7,5 Monate (Studienabschnitt IV)
    • das Fachstudium III,
      Dauer: 3,0 Monate (Studienabschnitt V)

    Während der fachwissenschaftlichen Studienabschnitte lernen und wohnen Sie in der Hessischen Hochschule für Finanzen und Rechtspflege in Rotenburg a.d. Fulda. Die praktischen Ausbildungsabschnitte werden an verschiedenen Ausbildungsbehörden im Freistaat Thüringen absolviert.
    Die Ausbildungsstammgerichte sind Altenburg, Gera, Rudolstadt, Jena, Arnstadt, Weimar, Erfurt, Gotha, Meiningen, Sonneberg, Eisenach, Mühlhausen, Nordhausen und Heilbad Heiligenstadt.

    Unter  www.studienzentrum-rotenburg.hessen.de können Sie mehr über die Hessische Hochschule für Finanzen und Rechtspflege und den Ablauf und Inhalt der Studienabschnitte erfahren.

    Die fachwissenschaftlichen Studienzeiten sowie die berufspraktischen Ausbildungszeiten sind inhaltlich aufeinander abgestimmt und bilden eine Einheit.

    Die Ausbildung endet mit der Laufbahnprüfung für den gehobenen Justizdienst, welche aus einem schriftlichen und einem mündlichen Teil besteht.

     

  • Grundsätzlich kann zum Studium im gehobenen Justizdienst zugelassen werden, wer 

    • die Fachhochschulreife oder eine andere z einem Hochschulstudium berechtigende Schulbildung oder einen als gleichwertig anerkannten Bildungsstand nachweisen kann,
    • die deutsche Staatsangehörigkeit gemäß Art. 116 GG besitzt und,
    • die sonstigen Voraussetzungen für die Berufung in das Beamtenverhältnis auf Widerruf nach den aktuellen beamten- und laufbahnrechtlichen Vorschriften, insbesondere nach § 8 Thüringer Laufbahngesetz in Verbindung mit § 7 Beamtenstatusgesetz, erfüllt.

    Der Beruf verlangt neben der Fähigkeit komplexe Sachverhalte zu erfassen, Zusammenhänge zu verstehen und Rechtsfragen herauszufiltern auch die Bereitschaft sich der rechtsuchenden Bürgerschaft anzunehmen und ihr eigenverantwortlich im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten zu helfen.

    Im Rechtspflegerdienst müssen Sie Verfahrensfragen klären, Verfahren leiten, über eingehende Anträge entscheiden und diese Entscheidungen angemessen vermitteln und rechtfertigen.

    All dies setzt ein umfassendes Fach- und Allgemeinwissen sowie Einfühlungsvermögen, Entschlusskraft, Zuverlässigkeit, Verantwortungsbewusstsein und ein gutes Ausdrucksvermögen voraus.

     

  • Die Höhe der Besoldung bestimmt das Thüringer Besoldungsgesetz.

    Während der Ausbildung erhalten Sie Anwärterbezüge.

    Die Höhe des Anwärtergrundbetrages (A9 bis A11) können Sie der Tabelle zur Besoldungsordnung A am Seitenende entnehmen. Daneben wird Verheirateten und Bediensteten mit Kindern ein Familienzuschlag gewährt.

    Für Aufwendungen in Krankheitsfällen leistet der Freistaat Beihilfen.

     

  • Einstellungstermin ist der 1. September eines jeden Jahres.

    Die Bewerbungsfrist endet jeweils am 31. Dezember des Vorjahres.

    Sollte Ihr Interesse geweckt worden sein, registrieren Sie sich zunächst kostenfrei bei www.interamt.de.

    Bitte reichen Sie keine schriftlichen Bewerbungen oder Bewerbungen per E-Mail ein, sondern nutzen Sie ausschließlich den Online-Bewerbungsbogen des Online-Stellenportals Interamt.

    Das Stellenangebot finden Sie unter der Stellen-ID: 664906.

    Hinweis:
    Bitte beachten Sie, dass sich aus Sicherheitsgründen die Dateieingabe-Seite von Interamt nach 30 Minuten schließt, wenn innerhalb dieser Frist keine Zwischenspeicherung durch Sie erfolgt!

    Ihre Bewerbungsunterlagen richten Sie bitte an:

    Frau Präsidentin
    des Thüringer Oberlandesgerichts

    Für zusätzliche Fragen steht Ihnen die Ausbildungsabteilung des Thüringer Oberlandesgerichts per E-Mail unter tholg.ausbildung@justiz.thueringen.de oder telefonisch unter 0361 57 35 26-239 oder 0361 57 35 26-455 zur Verfügung.

Bild und Zitat "Für mich war die anspruchsvolle Tätigkeit entscheidend. Und für mich ein sicherer Job der Spaß macht."

Alles auf einen Blick

Benötigter Schulabschluss: Fachhochschulreife oder eine andere zu einem Hochschulstudium berechtigende Schulbildung

Einstellungstermin: 01. September eines jeden Jahres

Dauer der Ausbildung: 3 Jahre

Vergütung: Anwärtergrundbetrag A9

Urlaubsanspruch: 30 Tage

Dienstbezeichnung: Diplom-Rechtspfleger*in (FH)

Kontakt:

E-Mail-Adresse: tholg.ausbildung@justiz.thueringen.de

Telefon: 0361 57 35 26-346 oder
0361 57 35 26-278

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